Manfred Beier wurde am 24. April 1927 als Sohn eines Malers und einer Kontoristin in Berlin geboren. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, wurde er im Mai 1944 zunächst als Luftwaffenhelfer, später zum Volkssturm eingezogen. Nach Kriegsende trat Manfred Beier als schnell ausgebildeter "Neu-Lehrer" in den Schuldienst ein und unterrichtete zwischen 1946 und 1980 Erdkunde, Deutsch, Englisch und Astronomie. Aus gesundheitlichen Gründen wechselte er 1980 als Oberreferent zur Deutschen Außenhandelsbank der DDR, wo er für weitere zehn Jahre tätig war. Der Beginn des systematischen Fotografierens, dem Manfred Beier - anfangs angeregt durch seinen Bruder Günther - bis an sein Lebensende treu blieb, fällt in die unmittelbare Nachkriegszeit. Nicht wenige seiner Bilder zeigen seine Frau Hildegard, die er 1966 heiratete, sowie seine Söhne Wolf und Nils, die 1966 und 1968 zur Welt kamen. Manfred Beier starb am 23. November 2002 in Berlin. Nach dem Tod Manfred Beiers verblieb dessen umfangreiche Sammlung zunächst in den Händen der Familie und konnte Ende 2008 vom Bundesarchiv übernommen werden. Die "Sammlung Beier" wird nun unter der Bestandssignatur "N 1648 Bild" vom Bundesarchiv dauerhaft gesichert, erschlossen und der Allgemeinheit zugänglich gemacht.
Ein großer Teil der einzigartigen Sammlung zeigt Privates wie Familienausflüge, Feste und Feierlichkeiten, Urlaube etc. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die zahlreichen Aufnahmen aus dem Bereich von Manfred Beiers schulischer Tätigkeit (Schulfeste, Klassenfahrten, Zeugnisse, Schulklassen etc.).
Einen weiteren Teil der Sammlung nehmen zeithistorisch hoch interessante Aufnahmen des Alltagsleben aus allen Bezirken der DDR bzw. der wiedervereinigten Bundesrepublik ein.
Darüber wird durch die Sammlung die Baugeschichtliche Nachkriegsentwicklung beider Teile Berlins dokumentiert.
Bemerkenswert an den Fotografien Manfred Beiers ist neben dem handwerklichen Geschick des Fotografen vor allem der Blick für das Wesentliche, die souveräne Wahl des Motivs, des Blickwinkels und des Ausschnitts.
Die Sammlung umfasst ca. 50.000 Kleinbildnegative, 9.000 Kleinbilddias und 3.500 Mittelformatnegative sowie 37 überaus detaillierte Filmnotizbücher, die Angaben zu Motiv, Datum und verwendeter Kameratechnik enthalten. Eine Auswahl der bisher digitalisierten Fotos finden Sie in dieser "Bildergalerie".
» [Anzeige aller Fotos der "Sammlung Beier" in dieser Datenbank]
» [Abschrift des 1. Filmnotizbuchs (Rollfilme 1938-1950)]